9 November 2012
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Dix Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart

10 November 2012 bis 7. April 2012

Er sagt von sich „Die Neue Sachlichkeit, das habe ich erfunden“. Otto Dix (1891-1969) stach mit Selbstbewusstsein ins Auge – sei es aufgrund seiner Äußerungen oder infolge der Art und Weise, wie er sich bei Selbstporträts dargestellt hat. Und diesem Maler widmet das Kunstmuseum Stuttgart vom 10. November 2012 bis 7. April 2013 die große Sonderschau „Das Auge der Welt. Otto Dix und die Neue Sachlichkeit“. Auf drei Stockwerken sind Bilder von Dix und Zeitgenossen wie Georg Grosz, Fritz Burmann, Rudolf Schlichter und Christian Schad zu sehen.

Vier Jahre war Otto Dix im Krieg – der Erste Weltkrieg ging auch an ihm nicht spurlos vorbei. Bereits am dem Jahre 1919 begann der Künstler an die Malerei des Expressionismus anzuknüpfen. Doch die Ära des Expressionismus währte bei ihm nicht lang. „Er hat versucht, die Wirklichkeit ins Bild zu bringen“, erläutert die promovierte Kuratorin Simone Schimpf. Gemeinsam hat sie mit Dr. Ilka Voermann und Dr. Nils Büttner am Donnerstag in die Ausstellung eingeführt. Mit der Abkehr vom Expressionismus habe Dix einen neuen Zugang zur Realität gefunden. Bezeichnender Punkt in seinem Leben war die Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ aus dem Jahre 1925 in der Mannheimer Kunsthalle. An dieser war der Maler mit sieben Gemälden beteiligt.

Viele Künstler widmeten sich der schwierigen Zeit der Weimarer Republik. Inspirieren ließ sich Dix vom Großstadtleben und versucht mit seiner Kunst, die Realität darzustellen – teilweise auch mit einer großen Portion Satire, wie die überspitzte Darstellung von Prostituierten beweist. Ebenso thematisierte Dix das soziale Elend. Dennoch wird in der Interpretation viel Wert darauf gelegt, dass Dix zu keiner Zeit ein politisches Mahnmal setzen wollte. „Er war vor allem Maler, Künstler“, betont Simone Schimpf. Dix habe kein Bedürfnis gehabt, die Gesellschaft zu verändern.

Obwohl die Neue Sachlichkeit ein Phänomen der 1920er Jahre ist, bezieht sich die neue Ausstellung in Stuttgart auch auf die Zeit des Nationalsozialismus. Schließlich habe Dix nicht aufgehört zu malen. Unter dem braunen Regime hatte jedoch auch er zu leiden, da die Nazis ihn aus seiner Dresdener Professur entließen und Werke von ihm beschlagnahmten. Mit dem Bild „Triumph des Todes“ aus dem Jahre 1934 zeigt ein Stück weit Dix‘ politische Auffassung. Das Bildnis erinnert klassisch an den Totentanz, wurde jedoch von Dix um zwei Personen erweitert, den Kriegskrüppel und den Soldaten mit Stahlhelm. Diese Symbolik zeigt darüber hinaus, inwiefern Dix auch nach dem Ersten Weltkrieg noch von den dort erlebten Ereignissen geprägt ist.

Mit der Aufteilung kombiniert die Ausstellung verschiedene Facetten des Lebens von Otto Dix. Nicht nur biografische Bezüge werden hergestellt, mit der gleichzeitigen Präsentation von Bildern seiner Zeitgenossen werden zudem Unterschiede zwischen Dix Malerei und übrigen Künstlern offenbart. Deutlich fällt zudem die von Dix entwickelte Meisterschaft der Lasurmalerei ins Auge. Mit dieser Bandbreite versucht das Kunstmuseum zu beweisen, was die Neue Sachlichkeit auszeichnet und wie vielfältig diese Bezeichnung aufgefasst und dargestellt wird.

Text und Fotos: FS/RB Sauer

Kommentar von Nili Nil:

Kleiner Tipp für alle Heavy Fans. Das Bild “Triumpf des Todes” (ganz oben) stammt aus dem Jahre 1934 und könnte doch auch heute noch, auf jedem Cover eines jedes Heavy Metal Albums präsentiert werden. Wer vor dem Bild steht, wird fasziniert sein. Es handelt sich um das Bild ganz oben.

Ich bedanke mich bei meiner netten Kollegin, die den Bericht geschrieben hat. Tausend Dank.