9 August 2009
behinderte leonberg

Stadtranderholung der Lebenshilfe Leonberg im Atrio

Oberbürgermeister Bernhard Schuler besuchte Anfang August die Kinder der Behinderten-Stadtranderholung der Lebenshilfe e.V. im Haus Atrio im Ramtel. Die von ihm mitgebrachten Gummibärchen wurden von den Kindern freudig entgegen genommen.

Im Beisein der Kinder, die erkennbar Spaß am bunten Programm der Lebenshilfe hatten, betonte er die Bedeutung der Freizeit:*Die Stadtranderholung der Lebenshilfe ist ein wichtiger Baustein zur kinderfreundlichen und sozialen Stadt“, so OB Schuler.

Die Lebenshilfe e.V. bietet immer während der ersten beiden Wochen der Sommerferien ein ganztätiges Ferienprogramm für Kinder mit Behinderungen an. In diesem Jahr verbringen 22 Kinder mit geistiger und oder körperlicher Behinderung zusammen mit 14 Betreuern einen Teil ihrer Ferien gemeinsam bei der Lebenshilfe. Das spezielle Angebot ist wichtig, da Kindern mit Behinderung aufgrund der intensiveren Betreuungsnotwendigkeit bei anderen Ferienfreizeiten der Zugang oft nicht möglich ist. Zudem ist es ein wichtiger Schritt, um die Lebenshilfe kennen zu lernen und erste Aktivitäten ohne die Eltern und die Geschwisterkinder zu erleben. Es ist aber auch für berufstätige oder alleinerziehende Eltern ein wichtiges und verlässliches Betreuungsangebot.

Aufgrund der großen Nachfrage bietet die Lebenshilfe in diesem Jahr erstmals zwei Gruppen parallel an: eine im Atrio und eine in den Räumen der Schulsozialarbeit der August-Lämmle-Schule Leonberg. Diese Ausweitung wurde nur möglich, weil die Stadtverwaltung der Lebenshilfe die Räume zu günstigen Konditionen überließ.

Mit sehr viel Spaß genießen die Kinder ihre gemeinsame Zeit. Auf dem Programm stehen Kreativangebote, Singen, Essen und Trinken, Spielplatzbesuche und kleine Ausflüge. Morgens wird mit einem Singkreis begonnen, danach starten verschiedene Aktivitäten in die nähere Umgebung, je nach Interesse und individuellem Bedarf der Teilnehmenden. Individualität wird groß geschrieben in der Stadtranderholung, aber auch im sonstigen Lebenshilfeprogramm. Um 16 Uhr fährt der Fahrdienst, der vom Verein für Menschen mit Behinderungen Sindelfingen organisiert wird, die Kinder wieder nach Hause.

Viele Kinder nehmen regelmäßig seit Jahren begeistert an dieser Freizeit teil, doch auch Neulinge sind herzlich willkommen. Zwischen 4 und 18 Jahre alt sind die Teilnehmer, alle noch Schüler, und sie kommen aus Leonberg und dem früheren Altkreis Leonberg. Für die Leonberger Kinder übernimmt die Stadt Leonberg einen Kosten - Zuschuss, der in diesem Jahr 875 Euro beträgt.

Neben der Stadtranderholung finden noch zwei weitere Freizeiten für Kinder und Jugendliche und eine Familienfreizeit für die ganze Familie statt. Während die Kinder in diesem Jahr auf dem Georgenhof auf der schwäbischen Alb Urlaub machen dürfen, reisen die Jugendlichen auf die Heide nach Thüringen. Die Familienfreizeit findet im Jahr 2009 am Starnberger See statt. Mit diesen verschiednen Angeboten deckt die Lebenshilfe insgesamt sechs Wochen an Betreuungszeit für Familien mit einem behinderten Kind ab und bildet damit eine verlässliche Stütze zur Bewältigung der besonderen Familiensituation.

In allen weiteren Schulferien bietet die Lebenshilfe zwei Tagesbetreuungsgruppen an, eine im Atrio, die andere im Sonderschulkindergarten Leonberg.

Seit 1966 besteht die Lebenshilfe als eingetragener Verein. Derzeit zählt der Verein mit dem Vorsitzenden Jürgen Rein 311 Mitglieder. Seit 30 Jahren bietet die Lebenshilfe eine Ferienerholung in den Sommerferien für den Altkreis Leonberg an. Bei Sonja Knoll, der Geschäftsführerin der Lebenshilfe e.V., laufen die Fäden der Freizeiten zusammen. Text und Foto: Stadt Leonberg

defibrillator

In nur einem Monat zwei Menschenleben gerettet

Sie haben es geschafft! Zwei Leonberger Bürger überlebten einen Herzstillstand und befinden sich inzwischen auf dem Weg der Besserung. Nur der Anschaffung und dem kompetenten Einsatz von modernen Defibrillatoren verdanken die beiden Leonberger ihr Leben.

Es ist Anfang Juli. Eine Gruppe von Männern spielt Fußball auf dem Sportplatz in Warmbronn, als plötzlich einer von ihnen bewusstlos zusammen bricht. Offensichtlich erlitt er einen Herzinfarkt mit Herz- / Kreislaufstillstand. Die anderen zögern nicht lange. Sie leisten erste Hilfe, beginnen sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung und einer von Ihnen beeilt sich, den Defibrillator aus der Staigwaldhalle zu holen. Er ist unmittelbar vor dem Sanitätsraum installiert und kommt etwa zwei bis drei Minuten nach dem Unglück zum Einsatz.

Alles geht sehr schnell: die Helfer befestigen zwei Klebeelektroden auf der Haut des Patienten, woraufhin das Gerät automatisch analysiert, ob ein Wiederbelebungsschock empfohlen wird. Die Fehlerrate des Computers, ob ein Schock nötig ist oder nicht, geht gegen Null. Als der Defibrillator einen Schock empfiehlt, lösen ihn die Helfer sofort aus. Nur ein Schock ist beim Patienten in Warmbronn nötig, um ihn vom Tod ins Leben zurück zu holen. Die Helfer bleiben bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung und geben ihr Möglichstes. Und sie werden belohnt: als der Notarzt mit dem Rettungswagen kurz darauf eintrifft, schlägt der Patient bereits die Augen wieder auf. Trotzdem bringen ihn die Rettungsassistenten sofort auf die Intensivstation im Krankenhaus und auch im Anschluss daran ist eine Reha-Maßnahme angesagt.

Und der Einsatz wiederholt sich am 1. August noch einmal: Wieder bricht ein Mann mit einem Herzstillstand zusammen, diesmal bei einem Konzert in der Spitalschule. Auch in diesem Fall ist nur ein Schock des Defibrillators notwendig, um das Leben des Mannes zu retten. Noch befindet er sich im Krankenhaus, aber auf dem Weg der Besserung. Ohne die Anschaffung der Defibrillatoren hätten vermutlich beide Patienten ihr Leben verloren.

13 Defibrillatoren hat die Leonberger Stadtverwaltung im vergangenen Jahr angeschafft. Ein Gerät schlägt mit etwa 1.800 Euro zu Buche. Alle Leonberger Sporthallen, die Bäder und die Stadthalle sind mit Defibrillatoren ausgestattet. Ein Gerät für die Steinturnhalle ist bestellt. Damit ist es jedoch nicht getan: nur bei richtiger Anwendung können die Defibrillatoren zum Lebensretter werden. Daher hat die Stadtverwaltung zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz (Ortsverein Leonberg) knapp 300 Personen mit der Handhabung der Geräte vertraut gemacht. Im ersten Halbjahr fanden fünf Theorietermine und 20 praktische Schulungen statt, um die Freiwilligen in der Handhabung zu schulen. Allein die Schulungskosten betrugen etwa 6.000 Euro.

Herbert Mann, Bereitschaftsleiter und Ausbilder der DRK-Ortsverein von Leonberg, freut sich mit Oberbürgermeister Bernhard Schuler über den gemeinsamen Erfolg. *Der Zeitfaktor ist sehr wichtig! Jede Sekunde zählt und je schneller die Patienten Hilfe erhalten, desto höher ist ihre Überlebenschance“, erklärt Herbert Mann. *Innerhalb von wenigen Minuten nach einem Herzstillstand haben die Patienten eine sehr gute Chance, wieder vollkommen gesund zu werden. Liegt dagegen zehn Minuten oder mehr zwischen dem Zusammenbruch und der Wiederbelebung, gehen die Chancen für den Patienten gegen Null.“

Oberbürgermeister Bernhard Schuler freut sich mit den Patienten und ihren Familien über das neugewonnene Leben. Er dankte den Leonberger Gemeinderäten herzlich für ihre Bereitschaft, die finanziellen Mittel für die Defibrillatoren samt Zubehör und die Schulungen, insgesamt etwa 35.000 Euro, zur Verfügung gestellt zu haben.

Alle drei Monate werden die städtischen Defibrillatoren von Herbert Mann überprüft. Auch nach jedem Einsatz müssen die Geräte kontrolliert und mit neuen Klebeelektroden ausgestattet werden. Darum ist es so wichtig, jeden einzelnen Einsatz zu melden. Text und Foto: Stadt Leonberg