8 Januar 2010
Geld pixelio

500 Euro Belohnung für Hinweise auf den Enten-Mörder

In der Nacht vom 29. zum 30. Dezember 2009 wurde eine Ente im Mühlbachweg von unbekannten Tätern grausam zu Tode gesteinigt. Der 17 Jahre alte Wasservogel lebte in einem Garten, der an den Mühlbach angrenzt. Die Täter bewarfen das zahme Tier mit faustgroßen Steinen, bis es tot war. Um die Fahndung nach den Tierquälern zu unterstützen, setzt die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. nun eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Täter führen. Zeugen wenden sich bitte an PETA unter 0176 / 64812091 oder an die Polizeidirektion Ravensburg unter 0751 / 8030. Zum Zeitpunkt der Tat wurden an der Uferböschung vier Jugendliche beobachtet, die anschließend in nördlicher Richtung davonliefen. Ein Zusammenhang mit dem Enten-Mord kann nicht ausgeschlossen werden, bitte melden Sie sich daher auch mit Hinweisen auf die Identität der Jugendlichen bei der Polizei.

„Diese brutale Tat muss unbedingt geahndet werden“, so Kampagnenleiterin Nadja Kutscher von PETA. „Wer einem harmlosen Tier so etwas Kaltblütiges antun kann, der schreckt auch vor Gewalt an Menschen nicht zurück.“ Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Gewalttaten an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Dr. Christoph Paulus an der Universität Saarland: „Geschätzte 80-90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ PETA hofft auf die Hilfe der Bevölkerung, damit nicht noch mehr Tiere zum Opfer von Gewalt werden. Text: Peta , Foto: Pixelio

chinchi

Zwei Chinchillas geboren:

Tiere wie aus Samt und Seide

Schon ihr Name klingt so flauschig-weich wie ihr Fell sich anfühlt: Chinchillas. Im Kleinsäuger-haus der Wilhelma haben diese Nagetiere aus den Anden jetzt zwei Jungtiere bekommen.

Chinchillas sind von Geburt an von den großen Ohren bis zum langen buschigen Schwanz kleine Abbilder ihrer Eltern: Nach 111 Tagen Tragzeit kommen sie voll entwickelt und mit seidig-grauen Pelzchen zur Welt. Schon ab der ersten Lebenswoche sind sie neben Mamas Milch an fester Nahrung interessiert – echte Nestflüchter eben. So auch die zwei jüngsten Chinchillas der Wilhelma, die Mitte Dezember zur Welt kamen und die Gruppe von acht auf zehn Mitglieder vergrößerten. Bei ihnen allen handelt es sich um Langschwanz-Chinchillas, die zusammen mit den Kurzschwanz-Chinchillas die „Eigentlichen Chinchillas“ darstellen. (Denn zur Chinchilla-Familie gehören außerdem die ebenfalls in der Wilhelma gezeigten Viscachas und die Hasenmäuse.) Als Gebirgsbewohner kommen Chinchillas in den südamerikanischen Anden bis hin Höhen von 5000 Meter vor, wo sie den Tag meist in Höhlen und Felsspalten verbringen. Erst in der Dämmerung und Nacht verlassen sie auf der Suche nach Pflanzennahrung ihren Unterschlupf. Wählerisch sind sie dabei nicht, denn das Kostangebot ist karg im Gebirge. Gegen Angreifer wehren sich die bis zu einen halben Meter langen und bis acht Kilo schweren Chinchillas, indem sie Urin verspritzen. Notfalls werfen sie ganze Haarbüschel ab, mit denen sich dann so mancher Feind schon als Beute begnügen musste.

Zwei bis sechs Junge bringt eine Chinchilla-Mutter zur Welt. Nach sechs bis acht Wochen stehen diese schon auf eigenen Füßchen, ab acht Monaten können sie selbst Nachwuchs bekommen. Dieser ist heute weltweit begehrt. Zum Beispiel bei Heimtierbesitzern. Allerdings sind die Tiere zwar kuschlig-weich, aber nicht verschmust, sondern scheue Nachttiere und damit für Kinder wenig geeignet. Die andere „Interessensgruppe“ sind die Pelzlieferanten. Schon die Inka jagten die Chinchillas ihres weichen Fells wegen, das mit über 20.000 Haaren pro Quadratzentimeter besonders dicht und von denen eines 30 mal dünner als Menschenhaar ist. Doch erst die Europäer beuteten die Freilandbestände bedrohlich aus. Heute werden Chinchillas weltweit in Farmen gezüchtet – hier und in Privathaushalten leben mittlerweile sicher Millionen Tiere. In der Natur dagegen, wo sie früher in großen Gruppen von bis zu 100 Tieren anzutreffen waren, sind sie vom Aussterben bedroht. Denn trotz Schutzgesetzen werden sie weiter gewildert, ihre Lebensräume zerstört.

Zu sehen sind die scheuen Tierchen auch in der Wilhelma eher selten. Am besten stehen die Chancen für die Besucher vormittags – denn dann gibt es Futter. Und das lassen sich die possierlichen Tiere nicht entgehen. Text und Foto: Wilhelma