4 April 2012
tebego

Viertes Gorillababy in der Aufzuchtstation eingetroffen:

Vanas Halbbruder Tebogo ist ihr nach Stuttgart gefolgt

Er kam nur sechs Tage nach dem Gorillamädchen Vana im Zoo Wuppertal zur Welt und wie bei Vana so nahm auch seine Mutter, die 29-jährige Ukiwa, ihn nicht an: Der Gorillajunge Tebogo (südafrikanisch für „Geschenk“) ist daher ebenfalls in der offiziellen Aufzuchtstation des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Gorillas in der Wilhelma eingezogen.

Ungefähr eine Woche nach ihrer letzten rund vierstündigen Autofahrt nach Stuttgart trafen die Wuppertaler Tierpfleger erneut mit einem Gorilla-Säugling in der Wilhelma ein. Auch der kleine Tebogo kam warm eingepackt und wohlbehalten an und kann nun die Quarantänezeit zusammen mit seiner Halbschwester Vana hinter den Kulissen verbringen – und später auch gemeinsam mit ihr im Wilhelma-Gorillakindergarten heranwachsen.

 In Wuppertal waren Grace und Ukiwa vor rund zehn Monaten offenbar fast gleichzeitig schwanger geworden, Vater beider Kinder ist das Oberhaupt von derzeit vier Gorillafrauen, der 17-jährige Silberrücken Vimoto. Wie bereits Vanas Mutter Grace so hatte auch Ukiwa bislang keine Gelegenheit, von einer erfahrenen Gorillafrau das

Einmaleins der Säuglingspflege zu erlernen, wusste daher mit ihrem Neugeborenen nichts anzufangen und ließ es links liegen. Weil Säuglinge jedoch schnell unterkühlen und auch Ukiwa trotz Nachhilfeversuchen der Pfleger ihr Kind nicht beachtete, nahm Revierleiter Thomas Hammes nach Vana nun auch deren 2,2 Kilogramm schweren Halbbruder unter seine Fittiche und fütterte ihn während dessen erster Lebenswoche selbst mit der Flasche.

Diese Aufgabe hat nach Tebogos Ankunft in Stuttgart nun das Pflegerteam der Wilhelma übernommen, das künftig somit zwei fast gleichaltrige Gorillababys und Halbgeschwister parallel aufziehen wird – ein Fulltime-Job, Nachtschichten inklusive. Zwei Pflegerinnen sind in nächster Zeit ausschließlich für Vana und Tebogo da und dürfen während deren Quarantäne auch keinen Kontakt zu den zwei älteren Gorillajungs Tano und Okanda haben. Diese werden von zwei weiteren Ersatzmüttern bzw. -vätern betreut, brauchen aber glücklicherweise beide nur noch tagsüber das Fläschchen, denn auch Tano schlummert mittlerweile nachts durch.

Der Zoo Wuppertal sucht nun zusammen mit dem Gorilla-EEP eine Lösung, um die Chancen für Aufzuchten durch die eigenen Mütter innerhalb der Wuppertaler Gruppe zu verbessern. Solch eine Lösung kann etwa die Integration eines erfahrenen Gorillaweibchens sein, das den übrigen Frauen als Vorbild in Sachen Babysitting dient.

Foto: Wilhelma / Th. Bauer