2 Juni 2014
messe riesenrad stark bewölkt

Gerlinger Messe - nicht Jeder ist willkommen

In den vergangenen Monaten war Nili Nil gesundheitlich stark angeschlagen. Konnte auf dieser Webseite kaum etwas machen. Im Postfach ein Brief des BdS. Einladung zur Messe. Allerdings nicht in der Funktion des Journalisten, sondern an den Vorstand der EDV Freunde. Nili ist also nur als Zuschauer, aber nicht als Berichterstatter gewünscht? Dies schien bereits im Eingangsbereich so. Ein übereifriges Mitglied der “Gerlinger Elite” fragte nach meiner Einladung. Als ob Nilis sich einfach selbst einladen. Man war wohl etwas überrascht, dass ich eine Einladung hatte. Sicher wäre interessant gewesen, was passiert wäre, wenn Nili keine Einladung dabei gehabt hätte. Hätte man ihm dann den Zugang verwehrt? Wie hält man es denn bei den BdS Mitgliedern mit der Pressefreiheit?

Mit seiner bekannten Freundlichkeit (Ignoranz) begegneten einem die BdS Mitglieder. Lediglich das Bedienungspersonal war freundlich und bot kleine Häppchen zur Begrüssung an.

An Journalisten war Alles vertreten, vom regionalen Fernsehsender bis hin zur Mainstream Presseeintönigkeit. Alle hatten an der Veranstaltung, durch Anzeigen, gut verdient und waren dafür alle zur freundlichen Hofberichterstattung erschienen. Lobhudelei im eigenen Kreis ist ja wichtig. Fast schon staatstragend ging es dann in den “Festakt” der Eröffnung.

messe musik eröffnung

Die Jugendmusikschule begrüsste die geladenen Gäste mit Werken von Joseph Haydn. Durch den Offenen Brief des Bürgermeisters war ich etwas überrascht. Fünf Redner waren angekündigt. Vier von Ihnen saßen in einer Reihe.

Den Bürgermeister hatte man auf die andere Seite “verbannt”. Dafür sass Frau Hassdenteufel bei Europa- und Landtagsabgeordneten. Was dies ein Zeichen? Will der BdS die 1. Beigeordnete schon langsam auf das Bürgermeisterinnenamt vorbereiten? Warum saß der Schultes nicht bei den Honoratioren der Veranstaltung? Siehe Fotos:

messe gäste 1
messe gäste 2
schimek

Nach der feierlichen Musik schlug die grosse Stunde des BdS Vorstands. Als Erster ans Rednerpult. Schimek unterstrich die Dynamik seines Vereins und war stolz darauf dass auch der Weltkonzern BOSCH an der diesjährigen Messe teilnahm.

Gleich mal die erste Lobhudelei. Wir sind die größte Messe des Strohgäus und konnten den Aussteller Standard von 100 Ausstellern halten.

Als Schimek vom Einkaufserlebnis Gerlingen sprach war Nili etwas irritiert. Wo ist das Vergnügen in Gerlingen sein Geld lieber auszugeben als woanders.

Schimek ist, im Gegensatz zu Nili, kein ebay oder amazon Freund. Da haben Leute doch tatsächlich eine gute Idee und machen den BdS Mitgliedern das Leben schwer. Ja und dann die vielen Pakete die unsere Paketfahrer ausfahren müssen. Lieber Herr Schimek, kleiner Tipp von Nili: Preise runter, Service verbessern und von Seiten des BdS einfach mal etwas freundlicher werden. Nilis Chef ist nämlich auch Freiberufler.

Mit dem BdS und der “tollen Livemusik” bleibt Gerlingen am Ball. Aus dem ist aber die Luft raus. Gerlingen ist doch eine so tolle Stadt, kann man da nicht mal einen richtig bekannten Künstler auftreten lassen. Es müssen ja nicht die Stones sein, aber vielleicht einen Schlagerbarden. Bierzeltbetreiber können die sich ja auch leisten. Wäre mal was Neues und würde die Stadt dem Niveau geben, von dem man selbst ausgeht.

Als Nächster durfte dann der Europa Abgeordnete Rainer Wieland ans Mikrofon. Wieland bedankte sich noch einmal ganz artig bei seinen “Schäfchen” äh Wählern für die abgegebenen Stimmen und sagte noch einmal wie wichtig Europa sei.

Den BdS und die Gerlinger Messe sieht er als “Leuchtturm der regionalen Wirtschaft”.

Der dritte Redner, Landtagsabgeordneter Dr. Markus Rösler brachte eine Idee aufs Tablett, die so manchem Gerlinger Selbstständigen wohl Schweisperlen auf die Schulter trieben. Er machte den Vorschlag, dass die Messe als zwei Jahre stattfinden könne. Allerdings in Zusammenarbeit und Wechsel mit Korntal und Ditzingen. Er würde sich da gerne auch für stark machen. Weiss Dr. Rösler denn nicht, dass er damit den Gerlingern eine Profilierungsveranstaltung wegnimmt. Wir sind doch die Besten und können das auch ganz alleine.

Ja und dann kam Wolfgang Stern. Die bösen Jungs von amazon. Die bezahlen ihre Mitarbeiter schlecht, die kennen alle Steuerschlupflöcher und die Selbstständigen in den Städten und Gemeinden seien die guten. Schaffen Arbeitsplätze und Lehrstellen. Die Jungs haben noch nicht verstanden, dass sie ihre Waren ja auch über amazon oder ebay verkaufen kann. Den Metzgern, Bäckern und Handwerkern sowie Dienstleistern macht amazon doch keinen Einbruch. Amazon als Ende unseren Marktwirtschaft zu bezeichnen hält Nili für total überzogen.

wieland messe
messe rösler
messe brenner
messe stern

Den Abschluss der Rednerliste hatte der Schultes. Bürgermeister Brenner hatte das rege Treiben vor der Messe beobachtet. Klar, wenn man dafür Zeit hat. Die Messe ist das Spiegelbild unserer Wirtschaftsstruktur. In Gerlingen arbeiten sage und schreibe 8000 Menschen. Gerlingen möchte auch in Zukunft die Infastruktur verbessern. Aktuell arbeite man am Träuble Areal sowie an der Urban- und Querstrasse.

Brenner lobte auch den Dialog zwischen Schimek und ihm. Verwunderlich nach dem Offenen Brief in unserer lieben Ortspresse, dem Gerlinger Anzeiger. Brenner hat Recht, dass er sich die Zahlen vorlegen lassen will. Schliesslich sind das Steuergelder.

Nimmt man sich beide Reden vor, dann muss man, vielleicht hinter verschlossener Türe, einen Friedenspakt geschlossen haben. Wollte oder sollte Politik nicht offener gestaltet werden?

Nach den Reden hatte ich den Eindruck zwischen Selbstüberschätzung / Gutmenschentum und Wehleidigkeit gelandet zu sein. Wer in Zukunft bestehen möchte muss neue Wege gehen. Viele kleine Geschäfte haben dies längst kapiert. Diese konnten sich, einen Stand auf der Messe, allerdings nicht leisten. Schade eigentlich. Der BdS lässt zu viele Selbstständige links liegen. Ist aber auch irgendwie klar, neue Mitmacher könnten den alten Hasen den Rang ablaufen.

messe überteuert

Wisst Ihr aber was Nili ganz besonders schwer aufstösst? Das sind die Preise. Bedenkt man, dass man auf der Messe für eine Rote 3 Euro bezahlt und für das Spezi dann auch noch mal drei Euro, dann haben wir eine Grenze überschritten. Sollte das Ziel nicht sein, dass man den Besuchern die Gerlinger Selbstständigen schmackhaft macht? Wer schon beim Würstchen abkassiert ist nicht gerade kundenfreundlich. So darf sich der Metzger nicht wundern, wenn der Bürger seine Wurst beim Discounter holt und der interessierte Autokäufer lieber erst mal im Internet recherchiert, wo er seinen neuen Flitzer am Billigsten bekommt. Der BdS scheint das Thema Dienstleistung noch nicht kapiert zu haben. Sorry, das geht doch besser. Nilinil