26 Januar 2009
marktstand spd beigeordneter

Marktstand der SPD - Umfrage an die Bürger

Ein Rathausplatz den die Bevölkerung nicht annimmt , eine Befragung der Bürger nachdem man in Gerlingen das Sparbuch “vergraben” hat kommt spät. Nach Erachtens vieler Bürgerinnen und Bürger zu spät. Am Stand tummeln sich drei SPD Mitglieder, nicht aber die Stadträte, die scheinen noch zu schlafen. Sie wollen von der Bevölkerung wissen wie man in Gerlingen sparen kann. Nachdem der Antrag auf die Abschaffung des 1. Beigeordneten gescheitert ist bleibt man nun am Bürger dran und fragt diesen nach seinen Vorschlägen. Doch die Idee die SPD aus dem Umfragetief zu holen klappt nicht. Nur wenige Marktbesucher wollen etwas von der Umfrage wissen. Getan wird sowieso nicht und die Sozis haben doch alles mit abgestimmt flucht ein älteres Mütterchen. Wie Recht sie doch hat. Die Zeit der SPD scheint abgelaufen. Kein eigenes Profil und der Wunsch jetzt mit dem Bürger etwas Gemeinsames aufzubauen versickert schnell wie der bekannte Tropfen auf den heissen Stein. Schade dass sich Bleicher und Co nicht gezeigt haben. Lediglich Frau Fink flatterte mal vorbei um von dort aus schnell zum Bäcker zu flüchten.  Leider hat die deutsche Sozialdemokratie ihre Kämpfer verloren. Sie werden es sowieso wieder abnicken. Nach Aussage der SPD hat Steng bei der Beigeordneten Wahl sowieso keine Chance. Vielleicht bin ich da auch etwas altmodisch aber hätte man nicht zum Wolfgang halten sollen. Steng war Mitglied des Vereins Freunde für Tata und hat dort mit Bleicher zusammen gearbeitet. Nun lässt man seinen Vereinskameraden im Stich. Nur gut dass bei den EDV Freunden keiner dieser Wendehälse Mitglied ist. Diese stehen nämlich zu ihrer Vereinigung. Euer Nili Nil

vilja

Die Elefantin Vilja wird 60 Jahre alt:

Eine GEburtstagsTorTE FÜR DIe GRANDE DAME DER WILHELMA

Sie ist mittlerweile fast schon ein lebendes Fossil in der Wilhelma und deren dienstältestes noch lebendes Säugetier: Elefantenkuh Vilja. In diesem Jahr wird sie stolze 60 Jahre alt. Damit ist sie der derzeit älteste Asiatische Elefant Europas. Da das genaue Geburtsdatum Viljas unbekannt ist, sie aber letztes Jahr am 24. Januar einen dramatischen Sturz in den Gehegegraben erstaunlich heil überstand, wird ihre (Wieder-)Geburt nun künftig am 24. Januar gefeiert. Im Jahr 2009 ist dies nun gleich ein runder Geburtstag, an dem die Jubilarin natürlich auch ein passendes Geschenk erhält: einen fast einen Quadratmeter großen Kuchen aus Brotteig, belegt mit Bananen sowie Karotten und Rote Beete, die für die fast zahnlose Greisin vorher weich gekocht wurden. Serviert wird ihr die Torte von ihren Tierpflegern, dem Ehrengast und früheren Wilhelma-Direktor Dr. Wilbert Neugebauer und von der Vizedirektorin der Wilhelma Dr. Marianne Holtkötter.

Doch es gibt noch mehr Gründe, Viljas hohes Alter und ihren Geburtstag gebührend zu feiern. Denn damit würdigt die Wilhelma gleichsam ihre eigene Geburtsstunde als zoologisch-botanischer Garten. So war Vilja 1952 etwa dreijährig gemeinsam mit der ebenfalls asiatischen „Zella“ – nicht zu verwechseln mit der heutigen „Zella“ – zunächst nur für die Sonderausstellung „Indische Dschungeltiere“ nach Stuttgart gekommen. Bereits ab 1950 hatte der frühere Direktor Albert Schöchle begonnen, die zunächst nur für Sonderausstellungen nach Stuttgart gebrachten Tiere zu erwerben, zuerst Fische, dann Vögel, später auch afrikanische und nun asiatische Großtiere. Listig setzte er schließlich gegen den anfänglichen Widerstand des Ministeriums durch, dass die Tiere bleiben durften: aus dem botanischen wurde ein zoologisch-botanischer Garten. So wurde auch Vilja, die Schöchle damals für rund 12.000 Mark erstand, zur „Mitbegründerin“ der modernen Wilhelma, die bis heute den Elefant im Logo trägt. Dass die Elefantin den Namen Vilja erhielt, entpuppte sich als Volltreffer, bedeutet er doch im Schwedischen und Finnischen so viel wie „Wille“. Dass gerade Vilja aber einen eisernen eigenen Willen und Überlebenswillen besitzt, hat sie in ihrem langen Leben vielfach bewiesen.

Die Vilja-Story: Stationen eines langen Elefantenlebens

Von Beginn an und jahrzehntelang war Vilja die unangefochtene Chefin im Elefantenhaus der Wilhelma. Geteilt hat sie das Heim zunächst mit der ebenfalls 1952 eingetroffenen „Zella Eins“ sowie der afrikanischen Elefantenkuh Jumbo, die 1955 zur Gruppe stieß. Die erste Dickhäuteranlage war jedoch relativ klein, lag im unteren Teil der Wilhelma neben dem Giraffengehege und nur zwei Reihen Eisenstangen trennten die Tiere damals von den Besuchern. Hier bestand Vilja auch ihre erste Feuerprobe als Überlebenskünstlerin, als im Winter 1952 nachts im Elefantenhaus Feuer ausbrach. Der damalige Tierpfleger Werner Freund schaffte es jedoch, die vor Angst tobenden Tiere zu beruhigen und ins Freie zu bringen. Bis heute begrüßt Vilja ihren Retter freudig. Allerdings dürfte auch die stets mitgebrachte Leckerei keine unwichtige Rolle dabei spielen. Gilt Vilja doch seit jeher als „Leckermaul“, das für einen schönen Apfel alles täte ...

1968 dann war das neue Elefantenhaus endlich fertig, zur Eröffnung trafen drei weitere asiatische Elefanten ein: die beiden Kühe Molly und Pama – beide damals etwa zwei, heute 43 Jahre alt – sowie der einjährige Bulle Mysore, den das Ministerium als Staatsgeschenk aus Indien erhielt. Allein die eigenwillige Vilja wollte von einem Umzug nichts wissen und wehrte sich mit Rüssel und Füßen: An einen Lastwagen gebunden sollte sie auf eigenen Beinen gen neues Heim wandern, was vorher sogar eigens trainiert wurde. Doch als es darauf ankam, war sie ängstlich, sträubte sich und legte sich alle zwei Meter hin. Nun erlitt der LKW, an den Vilja zuvor gewöhnt worden war, obendrein einen Getriebeschaden. Also musste ein zweiter LKW vorgespannt werden, um den ersten samt Vilja abzuschleppen. Aber auch der war chancenlos gegen nur eine „Vilja-Stärke“ und so mussten obendrein zwei Unimogs als Zugpferde her, um den ganzen Tross Meter für Meter zur neuen Anlage zu ziehen. Mit vier Fahrzeugen und einem Elefanten wurde die Aktion so zum Um-Zug im doppelten Wortsinn.

1972 kam die 1967 geborene „Zella Zwei“ an und folgte damit der kurz zuvor verstorbenen „Zella Eins“ nach, Jumbo lebte noch bis 1980 in der Wilhelma. Bis vor ungefähr zehn Jahren blieb Vilja die Chefin im Ring, schlichtete bei Bedarf und sorgte so für Ruhe und Ordnung im Stall. Erst als sie altersbedingt hinfälliger wurde, übernahm Molly immer mehr ihre Rolle und damit die Macht, Vilja zog sich langsam in den „Ruhestand“ zurück. Nur an ihrer Sturheit und ihrem grenzenlosen Appetit änderte sich nie etwas. Bis heute geht Futter vor: Keine ihrer Artgenossinnen ist so findig wie sie, wenn es darum geht, eine Belohnung zu ergattern. Sei es bei kleinen Tauschgeschäften à la „fades Holzstück gegen leckeren Äpfel“, sei es indem sie ein angemessenes „Honorar“ für kleine Dienstleistungen fordert. So sammelt sie etwa – ganz Ordnungsliebe vorschürzend – herumliegendes Werkzeug, Reinigungsgeräte und leere Futtereimer ein, liefert sie beim Pfleger ab und erwartet entsprechende Dankbarkeit. Mitunter hat sie sich allerdings auch schon Dinge einverleibt, die nicht eben in einen Elefantenmagen gehören: darunter eine komplette Handtasche samt Fotokamera und eine Lederjacke. Doch zum Glück passierten sogar diese Dinge Viljas Verdauungstrakt, ohne Schaden anzurichten.

Glück im Unglück beim Grabensturz

Ihr bisher größter „Coup“ aber gelang Vilja, mittlerweile fast 59 Jahre alt, als sie im Januar 2008, vermutlich nach einer Rangelei mit Molly, im Gehegegraben landete. Denn dass die Greisin selbst diesen Sturz noch weitgehend unbeschadet überstehen würde, wagte am Anfang keiner zu hoffen, der sie hilflos im Graben liegen sah. Dank zahlreicher tatkräftiger Helfer, Feuerwehr, Hebekran, Kreislaufspritze und Direktor Jauch, der während der Rettungsaktion Schaulustige und Presse gleichermaßen in Schach hielt, sprang Vilja dem Tod noch einmal von der Schippe. Und rüsselte, kaum dass sie wieder auf den wackligen Beinen stand, schon in Richtung der nächstbesten Futterquelle, den Büschen gleich hinter dem Graben! Weiteres Glück im Unglück: Um sie nach dem Sturz aufzupäppeln, wurde ihre Ernährung vollständig auf ein teures Spezialfutter für fast zahnlose Tiersenioren umgestellt, was ihr sichtlich gut bekam und immer noch gut bekommt: Ihre Flanken sind heute weniger eingefallen als vor dem Sturz, die ganze Vilja erscheint wieder fülliger. So kam es, dass der 24. Januar zum Tag ihrer Wiedergeburt erklärt wurde – und damit zum offiziellen künftigen Geburtstag.   

70 Jahre alt wird Vilja wohl nicht mehr werden. Aber vielleicht bricht Vilja ja noch den bisherigen Altersrekord unter den deutschen Zoo-Elefanten: Gehalten wird er von Birma, die im Zoo von Gelsenkirchen 1981 63-jährig verstarb. Zumindest wird in Sachen Futter und Pflege weiter alles getan, um dies zu erreichen – und der großen alten Dame den Lebensabend so angenehm wie möglich zu gestalten. Ein weiterer Umzug aber dürfte ihr wohl erspart bleiben. Denn die neue Elefantenanlage kann frühestens gebaut werden, wenn der Tunnel unter dem Rosensteinpark fertig gestellt ist. Und bis dahin werden wohl noch einige Jahre ins Land gehen. Text und Foto: Wilhelma