1 Oktober 2010
kishon

Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht

Satire von Ephraim Kishon

Dienstag, 12. Oktober 2010, 20.00 Uhr , Stadthalle Gerlingen

Theater Greve

Ein „junger, unbekannter Maler“ in Jerusalem, Raphael Schlesinger, ein Verehrer Rembrandt van
Rijns und der gegenständlichen Malerei, malt gerade den wunderschönen Rücken seiner Freundin
und Geliebten. Ein ebenso anmaßender wie einflussreicher wie präpotenter Kunstkritiker-Papst besucht zufällig das Atelier Schlesingers und entdeckt dort die „kosmische mobiliarische Kunst“.

Sie besteht aus einem simplen, wackligen Tisch, darauf ein Stuhl, darunter ein Hocker, darauf ein kochender Teekessel, darunter ein wackliger Sessel, dessen abgebrochenes Bein durch eine darunter geschobene Bibel ersetzt wird. Über eine kümmerliche Elektroleitung zur Decke geht ein Stecker in die dort hängende Lampe.

Dieses umständliche Küchengerät aus Schlesingers augenblicklicher Wohnsituation wird durch den Kritiker-Papst zum „Weltkunstobjekt“ erklärt. Ein korrupter Kunsthändler sponsert und subventioniert Schlesinger ein Stipendium nach Paris. Hier wird er verpflichtet, dauerhaft diese Objekte, diese sogenannten „kosmischen Türme“ herzustellen. Auf einer Ausstellung in Anwesenheit des Finanzministers „Seine Exzellenz“, auf der dieser Turm enthüllt werden soll, wird das falsche Objekt enthüllt, denn zwei Galeriediener haben den kosmischen Turm mit einer simplen, mit Farbe beklecksten Leiter verwechselt und versehentlich, in Tücher gehüllt, in die Ausstellung transportiert. Aber auch dieser Gegenstand wird nun zum „Weltobjekt“ des Malers erklärt. Schlesingers Protest wird als Reklametrick vermarktet, sein Stern steigt kometenhaft. Die Kunstvermarktung nimmt
unaufhaltsam ihren Lauf. Shalom.

Was darf eine Satire? Alles!

Ephraim Kishon führt blitzgescheit mit satirischer Spottlust die Auswüchse der modernen „Kunst“ und besonders die „zeitgenössische Kunst-vermarktung“ vor.

Er fasst die „hochmoderne Kunstbetrachtung“ und „Kunstvermarktung“ mal mit aalglatten Glacé-handschuhen und mal mit einer groben Drahtbürste an, sodass die „Funken sprühen“ und das Gelächter tobt.

Ein humoristischer, erheiternder Abend, an dem spontan gelacht wird.