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Wikinger Fight Night in Ludwigsburg war ein grosser Erfolg
Derzeit wird über den Boxsport viel diskutiert. Nach dem Rückzug des ZDF befürchtet man, dass der Boxsport bald nur noch in kleinen Rahmen statt findet. Dem ist Gott sei Dank nicht so. Es gibt Veranstalter, wie Torsten Techel und seine Frau, die kein Risiko scheuen um auch im Großraum Stuttgart ihre Boxveranstaltung durchzuführen. Der Mut, eine solche Veranstaltung, wurde belohnt. 750 Boxfans pilgerten ins Ludwigsburger Forum. Neben den aktiven Kämpfern fand auch die Boxprominenz den Weg ins Forum. Die deutsche Box-Queen Regina Halmich moderierte und interviewte vor der Veranstaltung Firat Arslan, den früheren WBA-Weltmeister im Cruisergewicht. Mit Robert Stieglitz (Supermittelgewicht) und Ramona Kühne (Bantamgewicht) waren zwei amtierende Weltmeister unter den Gästen. Vor dem Hauptkampf hatte zudem Philippe Bühler einen Auftritt, ehemals Kandidat bei "Deutschland sucht den Superstar" und Songschreiber von "Bushido".
Das Auge ist ja bekanntlich mit. Mit ihren ultrakurzen Miniröcken und den fast endlos langen Beinen waren die brünette Chantal (24) und die blonde Alice (21) ein Blickfang. Immer, wenn die Nummerngirls in den Ring stiegen und die Rundenzahl anzeigten, gab es anerkennende Rufe und Pfiffe aus dem Publikum. "Ich will immer für Stimmung sorgen. Das letzte Mal bin ich sogar in den Ring gegangen und habe getanzt", erzählte Chantal, die sonst mit ihrer Kollegin Alice im FKK-Saunaclub "Paradise" in Leinfelden-Echterdingen arbeitet. Unter den Gästen auch Ralf Seeger. Ralf Seeger ist ein alter Hase im Kampfsport. Der frühere Kickbox- und Freefight-Weltmeister hat bereits 400 Kämpfe hinter sich. Gestern kümmerte er sich um die Ringsicherheit - ehrenamtlich. "Ich ziehe vor jedem den Hut, der in den Ring steigt und sein Ding macht", sagte der 47 Jahre alte Haudegen aus Kleve.
Dort, wo sonst Konzerte stattfinden, ging es am Freitag Abend hart zur Sache: Sechs Profi-Boxkämpfe und ein WM-Titelkampf im Kickboxen gingen Freitag Abend im Forum vor den 750 zahlenden Zuschauern über die Bühne. Richtig Stimmung kam bei den beiden Hauptduellen auf. Zunächst stellte Björn Blaschke im Cruisergewicht seine Topform unter Beweis und bezwang Artur Grzeschnik (Wennerod), der schon in der zweiten Runde beim Schlussgong aufgab - sein Trainer warf ein weißes Handtuch in den Ring. Warum er das Handtuch warf, blieb allerdings sein Geheimnis. Die weiteren vier Runde konnte sich der hohe Favorit Blaschke also sparen.
Für den 32-jährigen Reutlinger war es der sechste Sieg in seinem sechsten Profikampf. "Ich war zuversichtlich, dass ich meinen Gegner weghaue, denn ich habe gut trainiert", sagte der gelernte Maler und Lackierer nach seinem letzten Härtetest vor dem Heimkampf am 4. Dezember gegen Jonathan Pasi, bei dem es in Reutlingen um den internationalen WBF-Titel geht.
Heftige Tritte und Schläge zum Körper teilten dann Lokalmatador Dimitri Schäfer vom MBC Ludwigsburg und der Göppinger Steffen Dieterle beim abschließenden WM-Kampf um den Kickbox-Titel im Vollkontakt aus. Beide lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe. Unter "Dimitri, Dimitri"-Sprechchören lief Schäfer zur Bestform auf - und sicherte sich vor heimischem Publikum erstmals den WM-Gürtel. "Beide haben bis zum Letzten gekämpft. Das lieben die Leute", sagte die deutsche Vorzeigeboxerin Regina Halmich nach dem Duell.
Einseitige Angelegenheiten waren die ersten beiden Vorkämpfe. Der Leipziger Mittelgewichtler Remo Edling gab in der vierten und letzten Runde gegen den Berliner Ronny Mittag vorzeitig auf. Beim Kräftemessen im Cruisergewicht zwischen Hizni Altunkaya (Neuwied) und Frank Pflegel (Leipzig) warf der Trainer des Sachsen, Matthias Eichler, schon in der zweiten Runde das Handtuch, nachdem sein Schützling Pflegel zweimal zu Boden gegangen war. Doch Ringrichter Ronald Rapp hatte ihn ohnehin bereits ausgezählt.
Eng war die Entscheidung im Bantamgewicht-Duell zwischen Debütant Sinan Karadenis aus Stuttgart und Thorsten Roos. Mit 39:38 Punkten sah Punkt- und Ringrichter Holger Wiemann den Leipziger am Ende knapp vorne. Für Farbtupfer sorgte der Reutlinger Issa El Sleimann, der im Weltergewicht gegen den Dortmunder Andre Deobald mit einer Hose aus Kunst-Tigerfell antrat, an dessen Bund in goldenen Großbuchstaben das Wort "Prinz" prangte. Das kitschig anmutende Outfit brachte El Sleimann tatsächlich Glück: Obwohl Deobald ihn in Runde drei zu Boden geschlagen hatte, sah Ringrichter Andreas Müller den Schwaben mit dem Fellimitat und der blutenden Nase zunächst mit 39:37 Punkten vorne, was viele Buhrufe aus dem Publikum zur Folge hatte. Supervisor Jürgen Lutz korrigierte das Fehlurteil in Abstimmung mit Müller und machte daraus ein 38:38-Unentschieden, welches die Fans aber immer noch mit Pfiffen kommentierten. Sie hatten den Kampf anders bewertet..
Zumindest unter den Fans strittig war auch das Urteil im Supermittelgewichtsduell zwischen Hacan Turmus und Marc Kuntz (Neuwied), das 39:36 für den Stuttgarter Turmus endete. Sein sperriger Widersacher hatte mehrmals Kopfstöße angesetzt, was Kampfrichter Wiemann nach zwei Verwarnungen mit einem Minuspunkt ahndete.
Kommentar der Redaktion: Torsten Techel und seine Frau haben ein Boxevent auf die Beine stellt welches nur von grossen Boxveranstaltern getoppt werden kann. Gemessen an den finanziellen Mitteln haben die Techels eine Sportveranstaltung auf die Beine gestellt, welche erst einmal getoppt werden muss. Torsten Techels beste Kontakte in die Boxszene ermöglichten auch im VIP Bereich hochwertige Gäste und es bleibt zu wünschen, dass die Techels weiter machen. Weiterhin bleibt dem sozial engagierten Veranstalter zu wünschen dass noch mehr Medien sich an dieser Veranstaltung beteiligen. Papa Bär und Ute Christ - Fotos Redaktionsbüro Sauer
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