1 März 2010
kuhkalb

Nachwuchs bei seltener Rinderrasse:

Daisy, die kleine Hinterwälderin

Einen Tag vor dem Valentinstag, am 13. Februar, kam sie zur Welt: Daisy. Sie ist ein weibliches, weiß-braun geflecktes Hinterwälderkalb und Vertreterin einer alten, bedrohten Rinderrasse aus dem Südschwarzwald. Dass diese nicht ausstirbt, dazu trägt auch die kleine Mutterkuhherde der Wilhelma mit mehreren Kälbchen pro Jahr bei.

Sechs Kühe namens Dori, Dharma, Dahomé, Frieda, Tine und Wolke sorgen derzeit auf dem Schaubauernhof dafür, dass bei den seltenen Hinterwälderrindern der Nachschub an Kälbchen nicht abreißt. Vier wurden seit Ende September geboren, darunter als jüngste im Bund die kleine Daisy, und ein weiteres Kalb müsste jeden Tag kommen. Und der Vater? Der ist in der Wilhelma bei der Zeugung nur in Form von tiefgefrorenem Samen zugegen, welcher vom Tierarzt verabreicht wird – was diesem den scherzhaften Titel „Rucksackbulle“ bescherte. Da es im Hinterwälderbestand nur circa 50 Zuchtbullen gibt, werden rund 15 Prozent der etwa 2200 Kühe eben künstlich besamt. Das Ergebnis ist dasselbe: hübsche, weiß-braune Kälbchen, die dazu beitragen, dass die kleinste mitteleuropäische Rinderrasse eine Zukunft hat.

Eine Rasse, über welche die „Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH)“ nur Gutes zu berichten weiß: robust und genügsam sei sie, besonders fruchtbar, langlebig und sehr weidetüchtig. Entwickelt hat das Hinterwälderrind diese guten Eigenschaften in einem kleinen Gebiet im Südschwarzwald über viele Jahrhunderte hinweg und sich dabei – neben dem im gesamten Schwarzwald verbreiteten Vorderwälderrind – zur eigenständigen Rasse gemausert. Denn aufgrund seines geringen Gewichts und der festen, trittsicheren Klauen kam es als einziges Rind selbst mit steilsten Hängen und als genügsames Wesen auch mit magersten Bergweiden zurecht. Wie viele andere alte Spezialisten unter den Nutztieren wurde aber leider auch das Hinterwälderrind schließlich von neuen Hochleistungsrassen verdrängt und fand sich auf der Roten Liste gefährdeter Arten wieder. Dank Liebhabern und Züchtern gibt es heute wieder einen kleinen, aber stabilen Bestand von etwa 4000 Tieren, und auch auf dem Schaubauernhof ist ihre Erhaltungszucht seit 1992 Programm – neben der weiterer bedrohter Schicksalsgenossen wie Limpurger Rind, Schwäbisch-Hällisches Schwein oder Poitouesel.

Um die Zucht der kleinen Rinder aus dem Schwarzwald kümmert sich heute insbesondere der Hinterwälderzuchtverein e.V. Und wie alle waschechten Hinterwälderrinder trägt auch Daisy bereits einen „Personalausweis“: schicke gelbe Ohrmarken. Die nächsten sechs Monate wird sie bei Mutter Dori bleiben, dann jedoch auf einen anderen Bauernhof umziehen – wo sie später als Milchkuh oder als Fleischlieferantin die Qualitäten dieser alten Rinderrasse unter Beweis stellen wird. Text und Foto: Wilhelma

wüstenrot altstadt

Die Weichen für das Bebauungsplanverfahren im Stadtumbaugebiet *Leonberg-Mitte“ sind gestellt.

Vor wenigen Tagen wurde der städtebauliche Vorvertrag zwischen dem Investor, der Häussler-Gruppe, und der Stadt Leonberg unterzeichnet. Damit kann die Verwaltung nun in die Konkretisierung des Bebauungsplanverfahrens einsteigen. Sowohl die Größe der Einzelhandelsflächen als auch die Übernahme der Verfahrenskosten durch die Häussler-Gruppe wurden geregelt.

Kernpunkte der Einigung zwischen Häussler und der Stadt Leonberg waren zum einen die Kennzahlen der Nutzung: Im Bereich des Häussler-Areals ist auf der Westseite der geplanten Stadtachse die großflächige Einzelhandelsverkaufsfläche in den Untergeschossen auf maximal 8.000 Quadratmeter begrenzt. Weitere rund 1.600 Quadratmeter sind als kleinteilige Verkaufs- und Gastronomieflächen auf der Ebene der Stadtachse vorgesehen. Hier ist in den Obergeschossen eine Nutzung für Dienstleistungen möglich. Die Wohnbebauung auf dem westlichen Kernbereich des Häussler-Areals wird etwa 80 * 85 Wohneinheiten umfassen, zuzüglich einer Mischnutzung entlang der Lindenstraße. Auf dem Postareal, das sich auf der Ostseite der Stadtachse befindet, sind weitere 4.500 Quadratmeter Verkaufsfläche für Einzelhandel vorgesehen. Etwa 1.000 Quadratmeter hiervon sind für kleinteiligen Einzelhandel auf der Ebene der Stadtachse projektiert. Hierzu kommen weitere Flächen für Dienstleistungen und Gastronomie.

Die Häussler-Gruppe hat sich zudem vertraglich verpflichtet, den Teil der Kosten des Bebauungsplanverfahrens zu übernehmen, der ihrem prozentualen Anteil an der Gesamtfläche des Bebauungsplangebietes entspricht. Dies entspricht einem Grundsatzbeschluss des Gemeinderats und wurde bei ähnlichen Bebauungsplanverfahren in Leonberg bereits mehrfach mit verschiedenen Investoren praktiziert.

Im Januar diesen Jahres wurden sowohl die örtlichen Einzelhändler als auch die Bevölkerung über den Planungsstand informiert. Durch die Unterzeichnung des städtebaulichen Vorvertrags kann nun das Planungsamt der Stadt Leonberg einen konkreten Bebauungsplan für das Gebiet *Stadtumbau Leonberg-Mitte“ erstellen. Der Rahmenplan, der als Grundlage für den Bebauungsplan dient, wurde bereits erstellt und am Donnerstag, 25. Februar im Planungsausschuss den Gemeinderäten vorgestellt.

Zur Zeitschiene:

Mit der Unterzeichnung des Vorvertrags zum Städtebaulichen Vertrag durch die Häussler-Gruppe läuft das Bebauungsplanverfahren an. In einem nächsten Schritt erfolgt die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden ab März 2010. Darüber hinaus werden bis zur Jahresmitte Fachgutachten zur Verträglichkeit des geplanten Einzelhandelssortimentes, ein Verkehrslärmgutachten sowie ein Umweltbericht eingeholt. Alle drei Fachgutachten sind gesetzlich vorgeschrieben und werden nun, nach Unterzeichnung der Vorverträge mit der Häussler-Gruppe, in Auftrag gegeben. Auch an den Kosten für diese Fachgutachten wird sich die Häussler-Gruppe entsprechend beteiligen.

Im zweiten Quartal 2010 sollen die Entwürfe konkretisiert und im Anschluss daran der Auslegungsbeschluss sowie die Auslegung des Planentwurfs erfolgen.

Ab dem 1. Quartal 2011 rechnet das städtische Planungsamt mit dem Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan. Die Neubebauung startet frühestens im Frühjahr 2011. Text und Foto: Stadt Leonberg