1 Februar 2010
pestaleo

Neugebauter Pavillon der Pestalozzischule eingeweiht

Nach etwa 9-monatiger Bauzeit wurde der Pavillon für die Pestalozzischule fertig gestellt. Vier neue Klassenzimmern, ein Lehrerzimmer, Vorbereitungs- und Nebenräume können künftig von den Schülern und Lehrern der Pestalozzischule, zusätzlich zu ihrem Hauptbau, genutzt werden. Die neue Fläche von knapp 430 Quadratmetern wurde jetzt mit einem Festakt offiziell eingeweiht.

Mit einem bunten und lebhaftem Einweihungsfest zeigten Schüler, Lehrer und Eltern der Pestalozzischule ihre große Freude über den Neubau. *Hell, bunt und großzügig“ empfinden ihn die Schüler und auch die Lehrer können sich in Zukunft wieder mit Ruhe und in einer angenehmen Atmosphäre um ihre Schützlinge kümmern.

Oberbürgermeister Bernhard Schuler wünschte, dass der gute Geist der Pestalozzischule einen zusätzlichen Schub erhalten und das Gebäude für lange Zeit gute Lernbedingungen bieten möge. Rektor Volker Philippin sprach von einer *Win-Win-Situation“ bei der alle Beteiligten Gewinner sind: die Schüler, die Lehrer, die gesamte Schule sowie die Stadt Leonberg, die eine hervorragende, bunte Schullandschaft nicht nur für Leonberg, sondern ebenso für das Umland bietet. Auch Schulsprecher Marc Schüle und Elternbeiratsvorsitzender Jochen Nägele bedankten sich bei Stadt, Gemeinderat, Architektin und Oberschulamt für den gelungenen Neubau.

Die Architektin Gabriele Dongus selbst beschrieb ihren Pavillon als *geduckten Baukörper mit geschwungener Form“. Zum Hauptgebäude hin mit großen Glasfronten ausgestattet, fügt er sich von der Stohrerstraße unscheinbar in die Topografie ein, sodass der Blick auf das denkmalgeschützte Hauptgebäude frei bleibt.

Im Januar 2009 wurde der alte Pavillon der Pestalozzischule (Baujahr 1978) abgebrochen, da er als nicht mehr sanierungsfähig eingestuft wurde. Das denkmalgeschützte Hauptgebäude der Pestalozzischule (Baujahr 1901) war in den Vorjahren grundlegend saniert worden. Von Januar 2009 bis zur Fertigstellung des Pavillons mussten die Beteiligten enger zusammen rücken und zum Teil in andere Gebäude ausgelagert werden. Von den Schülerinnen und Schülern sowie von der gesamten Lehrerschaft und dem Rektor der Pestalozzischule wurde der Bezug des Neubaus daher herbeigesehnt.

Neben den neuen Räumlichkeiten, die dieser Pavillon bietet, ist er baubiologisch und energetisch auf dem neuesten Stand: er wird umweltfreundlich mit einer Luft-Wärmepumpe beheizt. Der Pausenhof wurde inzwischen derart gestaltet, dass die Schüler die beiden Pausenhofzonen nutzen können, ohne über den öffentlichen Weg gehen und das Schulgelände verlassen zu müssen. Besonders freuen sich die Kinder darüber, dass unterschiedliche Bereiche für jüngere und ältere Schüler abgetrennt werden. Für die Kleineren wird dann toben, Bewegung und Spiel in den Pausen möglich sein, während die Älteren *chillen“ und sich erholen können.

Die Endabrechnung der Baumaßnahme liegt noch nicht vor. Die veranschlagten Baukosten liegen bei knapp 800.000 Euro. Der Bau wird vom Land Baden-Württemberg mit etwa 260.000 Euro bezuschusst.

Zeitplan:

Abbruch des Pavillons: Januar 2009

Baubeginn des Pavillons: 10. März 2009

Richtfest Pavillon:  22. Juni 2009

Fertigstellung Pavillon: 15. Dezember 2009

Einweihung Pavillon: 28. Januar 2010

Das Foto zeigt Oberbürgermeister Bernhard Schuler beim Durchschneiden des Bandes und der damit verbundenen Freigabe der neuen Räume. Stadt Leonberg Pressestelle

claudia gorilla

Gorillamädchen Claudia aus Münster:

Wohlbehaltene Ankunft in der Wilhelma

Am 29. Januar gegen 13 Uhr traf das halbjährige Gorilla-Mädchen Claudia, deren Mutter Gana Mitte Januar gestorben war, aus dem Allwetterzoo in Münster wohlbehalten im Jungtierauf-zuchthaus der Wilhelma ein. Gebracht haben es der Direktor des Münsteraner Zoos Jörg Adler und zwei Tierpflegerinnen, darunter Revierleitern Bärbel Uphoff, die sich schon vor dem Tod von Claudias Mutter Gana in Münster um die Kleine gekümmert und sie mit dem Fläschchen durchs Gitter gefüttert hatte.

Die Fahrt verbrachte Claudia zumeist auf dem Schoß der vertrauten Tierpflegerin. Obwohl sie bislang den Körperkontakt zu Menschen nicht gewohnt war, fühlte sie sich hier gleich viel wohler  als in ihrer Transportbox mit Decke, Wärmflasche und Kuscheltier. In Stuttgart angekommen, wurde die Kleine auf dem schnellsten Weg vom Auto ins Jungtieraufzuchthaus gebracht, wo dessen Leiterin Elke Kastner sie in Empfang nahm. Hauptaufgabe wird es nun sein, sie an  menschliche Ersatzmütter zu gewöhnen und ihr Vertrauen zu gewinnen, denn bisher kannte Claudia ja nur den Umgang mit anderen Gorillas. Doch dass Umzug und Ankunft so problemlos verliefen, lässt hoffen. „Bislang verhält sich Claudia ganz prima und sie hat auch gleich das Fläschchen von uns angenommen“, so Elke Kastner. „Natürlich ist sie noch etwas schüchtern. Aber es ist ja schließlich alles sehr neu für sie.“ Das erste Wochenende werden sich Elke Kastner und ihre Kollegin Margot Federer in Wechselschicht rund um die Uhr um Claudia kümmern, ihr viermal am Tag das Fläschchen mit Säuglingsmilch reichen, außerdem mag das halbjährige Gorillamädchen bereits Banane und knabbert mit ihren ersten Zähnchen ein wenig Gemüse. Untergebracht wird Claudia zunächst hinter den Kulissen. Sie erhält ein Kinderbettchen im Pflegerraum, wo sich die Tierpflegerinnen intensiv um sie kümmern. Zudem wird sie immer wieder Zeit in einem Hängekäfig mit Sichtkontakt zu den anderen Affenkindern verbringen. Neben dem gut eineinhalbjährigen Upala aus Heidelberg leben im Jungtier-aufzuchthaus derzeit der zweieinhalbjährige Monza sowie die bald dreijährige Mary. Sie ist die ältere Schwester von Claudia und kam im Juli 2007 nach Stuttgart, weil sich Gana nicht genug um sie gekümmert hatte. Allerdings wird Mary die Wilhelma bald verlassen, um in eine Familiengruppe in Zürich integriert zu werden. Claudia darf jedoch baldmöglichst mit ihr und den anderen Affenkindern Kontakt aufnehmen – sehr behutsam, in kleinen Etappen und unter Aufsicht ihrer Pflegerinnen. Und wann das Gorillamädchen in den für Besucher einsehbaren Gehegen zu sehen ist, entscheiden die Pflegerinnen je nachdem, wie gut sich Claudia weiter einlebt.

Nachdem Gana Mitte Januar gestorben war, hatte der Allwetterzoo zunächst versucht, Claudia in der Gruppe und der Obhut der 37-jährigen Gorillafrau Fatima zu lassen. Diese kümmerte sich zwar um das Gorillamädchen, hätte ihm aber vermutlich nicht genug Schutz geboten, etwa bei Rüpeleien des zweijährigen Thabo. Deshalb wurden Fatima und Claudia vorsichtshalber von der Gruppe getrennt, was auf Dauer weder für die beiden noch für die soziale Stabilität der ganzen Gruppe gut gewesen wäre. Als entschied der Zoo Münster auf Empfehlung der Verantwortlichen und Experten im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Gorillas, dass Claudia in die Aufzuchtstation der Wilhelma gebracht wird, wo sie viel Zuwendung von erfahrenen menschlichen Ersatzmüttern, aber auch Kontakt zu fast gleichaltrigen Artgenossen erhalten kann. Text und Foto: Wilhema