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Orchideenblüte in der winterlichen Wilhelma:
Formschöne Farbtupfer contra tristes Wintergrau
Der Winter ist trist, grau oder bestenfalls weiß, aber keineswegs farbenfroh? Nicht in der Wilhelma! Vielmehr bringen hier derzeit neben scharlachrot blühenden Zierbananen und orangefarbenen Clivien vor allem die Orchideen mit ihren eleganten, seltsamen und bizarren Blüten Farbe in den grauen Winteralltag. Zu finden sind die kostbaren Schönheiten aus Asien, Mittel- und Südamerika sowie Madagaskar insbesondere in zwei großen Glasvitrinen im tropischen Warmhaus: Erreichbar ist dieses wegen der Umbaumaßnahmen am Haupteingang derzeit nur über den Wintergarten.
Rund 10.000 Orchideenpflanzen in 1.300 Arten, Zuchtformen und Sorten beherbergt die Wilhelma inzwischen, und damit eine der umfangreichsten Orchideensammlungen Deutschlands. Zu umfangreich, um die ganze Pracht auf einmal zu präsentieren. Zu sehen bekommt das Publikum daher immer nur eine kleine, aber feine Auswahl der gerade blühenden Exemplare – mit dem Vorteil, dass sich die Orchideenfreunde das ganze Jahr über an immer neuen Varianten, Farben und Formen erfreuen können, gerade auch im Winter. Die langen blütefreien Phasen verbringen die Orchideen dann in vier Gewächshäusern hinter den Kulissen.
Doch auch die beachtliche Wilhelma-Sammlung zeigt nur einen winzigen Ausschnitt dessen, was Mutter Natur erschaffen hat: Orchideen gehören mit über 18.500 Arten zu den größten Pflanzenfamilien der Erde. Hinzu gesellen sich heute Tausende von Zuchtformen, die Gärtner rund um den Globus hervorbrachten. Die Gärtner übernehmen in botanischen Gärten wie der Wilhelma überdies den „Job“ von Insekten und Vögeln, die in der Natur die kompliziert gebauten Orchideenblüten bestäuben. Zudem hegen und pflegen sie die Orchideen, die je nach Herkunft ganz eigene Ansprüche an Temperatur und Feuchtigkeit stellen, ganzjährig nach allen Regeln der Kunst – gegossen etwa wird vorzugsweise mit reinem Regenwasser. Gedankt haben es die Orchideen, indem viele von ihnen auch diesen Winter ihre schönsten Blütenkleider angelegt haben. Bewundern können sie die Besucher übrigens noch bis Ende Februar zum günstigen Wintertarif – und sich dabei in den geheizten Gewächs- und Tierhäusern der Wilhelma obendrein kalte Füße und Nasen aufwärmen! Text und Foto: Wilhelma
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