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Der (Um)Zug der Pelikane:
Schnabel halten und ab ins Winterquartier
Der Winter ist da, die Temperaturen fallen erstmals tief unter den Nullpunkt. Zeit für ein paar Wilhelma-Tiere, die warmen Winterquartiere aufzusuchen. Zum Beispiel für die Rosapelikane.
Den meisten Wilhelma-Tieren machen Wind, Wetter und auch der aktuelle Kälteeinbruch nichts aus. Die Flamingos etwa können ganzjährig draußen bleiben, denn ausgiebige warme Fußbäder im konstant 14 Grad warmen Mineralwasser ihres Flamingopools schützen sie vor der Kälte. Aber der eine oder andere Vogel würde bei Minusgraden denn doch eiskalte Füße kriegen. Zu den Kandidaten, die dann von den Pflegern in wärmere Quartiere gebracht werden, gehören auch die Pelikane. Dabei reisen die Vögel ganz bequem: Je ein Pfleger nimmt einen der sechs rund zehn bis 14 Kilo schweren Vögel unter seine Fittiche beziehungsweise den Arm und trägt ihn in die Winterresidenz – ein warmes Haus zwischen Freiflugvoliere und Flamingo-Anlage. Damit der Zug der Pelikane auch für die menschlichen Spediteure gefahrlos und bequem verläuft, müssen diese den Vögeln während des Transports allerdings den großen Schnabel zuhalten. Denn die Kanten eines Pelikanschnabels sind messerscharf und an der Spitze vorne sitzt eine Art „Angelhaken“, der bei den Fischzügen gute Dienste leistet, aber in Handrücken eher unschöne Spuren hinterlassen würde.
Zur Heimat der Rosapelikane gehören Südosteuropa, Zentralasien, Nordindien und weite Teile Afrikas, vor allem warme, tropische Regionen. Sie und ihre Füße sind daher deutlich frostempfindlicher als es bei unseren heimischen Enten und Gänsen der Fall ist. Viel besser als Pelikane können diese Vögel nämlich bei Kälte die Blutzufuhr in die Füße drosseln, welche dadurch kühl bleiben und kaum mehr Körperwärme an die Umgebung abgeben. Kalte Füße aber bringen auch kein Eis zum Schmelzen, weshalb Enten auf zugefrorenen Seen spazieren gehen können, ohne dass ihre Füße samt dem angetauten und sofort wieder zu Eis erstarrenden Schmelzwasser festfrieren.
Zwei der nunmehr im mollig Warmen sitzenden sechs Pelikane, ein Paar, sind übrigens schon echte „Wilhelma-Veteranen“: Sie kamen 1972, also vor fast 40 Jahren, an den Neckar. Das übrige Quartett zog erst um 2002 als Jungvolk von Berlin nach Stuttgart. Voraussichtlich an Ostern können die Pelikane ihr Winterquartier dann wieder verlassen und an den Langen See bei der Damaszenerhalle zurückkehren, wo bis dahin die Kormorane die Herrschaft übernehmen. Auch diese freuen sich jedoch über einen Besuch – der bis Ende Februar noch zum günstigen Wintertarif möglich ist. Text und Foto: Wilhelma
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