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Brüderchen und Schwestern:
Nachwuchs im Doppelpack bei den Mini-Gazellen
Seit Mai 2009 können Wilhelma-Besucher erstmals in Stuttgart auch eine der kleinsten Gazellenarten der Welt bewundern: die Dorcas-Gazelle. Jetzt, mitten im Winter, haben beide Weibchen der kleinen Herde Nachwuchs bekommen. Doch im Außengehege zu sehen sind die Dorcas nur an milderen Wintertagen – denn bei nasskaltem Wetter mit Schnee und Eis ziehen Wilhelma-Tiere aus den warmen Erdregionen die beheizten Innenställe vor.
Das weibliche der beiden Dorcas-Kitze erblickte bereits Ende November das Licht Stuttgarts und wurde mittlerweile Tamu getauft. Sein noch namenloses Halbbrüderchen folgte dann kurz vor Weihnachten, am 19. Dezember. Zu Gesicht bekommen die Besucher die Tierchen bislang allerdings kaum: Denn wenn der Winter das Ländle so fest im Griff hält wie dieser Tage und Stuttgart sogar – was selten vorkommt – im Schnee versinkt, bleiben alle wärmeliebenden Wilhelma-Tiere die meiste Zeit in den Ställen. So auch die zarten Gazellen, zu deren erklärten Lieblingsplätzen derzeit die kuschligen Strohmatten gehören. Für den Bock namens Safari und die beiden frisch gebackenen Mütter Epesi und Darasa ist es wie für ihren Nachwuchs der erste deutsche Winter: Erst im Frühjahr 2009 waren die drei erwachsenen Tiere aus einem Zoo im südspanischen Almeria nach Stuttgart gekommen. Seither haben sich die kleinen Gazellen in der Wilhelma sehr gut eingelebt und auch von ihren viel größeren Gehegegenossen, den Grevyzebras, lassen sie sich längst nicht mehr ins Bockshorn jagen.
Nach wie vor gejagt werden Dorcas-Gazellen dagegen in ihrer Heimat Nordafrika, dem Nahen Osten und Vorderasien, sei es von Beutegreifern oder von menschlichen Jägern, und ihr Lebensraum schrumpft. In manchen Gebieten sind sie zwar trotzdem noch ausreichend vertreten, in einigen aber bereits stark bedroht oder gar ausgerottet. Deshalb hat die IUCN ( die Art als „gefährdet“ eingestuft. In Zoos sind Dorcas-Gazellen eher selten zu sehen: Nur 172 Vertreter leben in Menschenobhut, in Deutschland halten nur Hannover und Stutt-gart die hübschen Wüstentiere. Der Name „Dorcas“ leitet sich dabei übrigens aus dem griechischen Wort für Gazelle ab, der deutsche Name „Dorcas-Gazelle“ ist also eigentlich „doppelt gemoppelt“.
Fast zeitgleich mit dem männlichen Dorcas-Kitz kam überdies bei den Grevyzebras ein zweites Fohlen auf die Welt: Es heißt Nele und ist die Halbschwester der bereits im Oktober geborenen Sissi. Sobald es wieder milder wird, können die beiden Fohlen also nun gemeinsam durchs Gehege tollen. Denn auch die Grevy-Zebras sind während frostiger Wintertage jeweils nur für begrenzte Zeit im Freien anzutreffen, am besten sind die Chancen am späten Vormittag. Wilhelma Pressestelle
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