13 August 2009

 

vfb training freiburg

Die erste Bauphase in der Mercedes-Benz Arena ist abgeschlossen:

Das neue Spielfeld ist für den Anpfiff bereit „Eine starke Teamleistung aller Partner“

Stuttgart – Das Spiel kann beginnen: Am 15. August wird das erste Heimspiel des VfB Stuttgart im baden-württembergischen Derby gegen den SC Freiburg auf der „Baustelle“ Mercedes-Benz Arena angepfiffen. „Es ist alles bestens vorbereitet für den Heimspielstart in der Mercedes-Benz Arena“, zeigen sich die beiden Geschäftsführer der Stadion NeckarPark GmbH & Co. KG, Stefan Heim und Martin Rau, erleichtert. Insgesamt sei diese erste Bauphase mit der Tieferlegung des Spielfeldes, der Erweiterungen im Bereich der Haupt- und Gegentribüne und dem Abbruch der Untertürkheimer Kurve schon ein Wettlauf mit der Zeit gewesen. Insgesamt belaufen sich die Kosten für den ersten Bauabschnitt auf rund 5,6 Mio. €.

„Wir waren auf den Umbau gut vorbereitet“, sagt Martin Rau, der sich bei den am Bau beteiligten Firmen Garten-Moser, Wolff & Müller, GL-Abbruch und den asp-Architekten bedankt. „Das war wirklich eine starke Teamleistung aller Partner.“ Der Bundesligist war natürlich immer ganz nah dran am Umbau der Arena und Stefan Heim, seines Zeichens auch Direktor der Stabsabteilung beim VfB Stuttgart, hatte für die Bauarbeiter eine Überraschung parat: „Wir haben das 150-köpfige Bauteam zur Heimspielpremiere eingeladen. Sie dürfen die neuen Sitzreihen auf der Haupttribüne mit einweihen.“ Und hoffentlich einen Sieg feiern...

Am 18. Mai 2009 startete der Umbau des Stadions in eine Fußballarena mit dem Baggerbiss durch Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster und VfB-Präsident Erwin Staudt. Und in diesen rund 80 Tagen ist viel Erde bewegt worden. Allein im Stadioninnenraum wurden rund 22.000 Kubikmeter ausgehoben und abtransportiert. Das entspricht rund 2.200 Lastwagen, die am Stück aufgereiht eine Länge von rund 24 Kilometern ergeben. Zudem mussten 6.500 Quadratmeter Asphaltflächen abgebrochen und entsorgt werden. Beim Abbruch der Untertürkheimer Kurve waren es im Bereich des Erdwalls rund 10.000 Kubikmeter.

 Zwischen Haupt- und Gegentribüne klafft in Richtung Untertürkheim jetzt eine große Lücke – und das hat Auswirkungen. So verringert sich die Kapazität bis zur Fertigstellung des neuen Fußballstadions in der Saison 2010/2011 auf rund 42.300 Fans. In dieser Form gleicht die Mercedes-Benz Arena quasi einem Amphitheater, allerdings liegt die Bühne – der neue Rasen – in der Mitte. Insgesamt fielen mehr als 5.000 Kubikmeter Beton beim Abbruch der Kurve und in Teilen der Haupt- und Gegentribüne an.

Das 1,30 Meter tiefer gelegte Spielfeld ist bereit für den Bundesligaauftakt in der Mercedes-Benz Arena. 8.300 Quadratmeter Rasen wurden verlegt und für den schichtweisen Aufbau 2.500 Kubikmeter Sand und 2.200 Kubikmeter Kies eingebracht. Und so stellt sich der Aufbau dar:

Rollrasen

ca. 12 cm Rasentragschicht

ca. 15 cm Sandschicht

Rasenheizung

ca. 15 cm Sandschicht

ca. 25 cm Kiesschicht

Abdichtungsfolie

Schutzflies

Damit das Spielfeld ausreichend bewässert werden kann, wurden 500 Meter Leitungen verlegt und 17 Regner installiert. Umfangreicher ist das Leitungs-system für die Rasenheizung. So liegen unter dem neuen „Fußballteppich“ rund 27 Kilometer Heizleitungen, die im Winter für eine gute Bespielbarkeit sorgen werden. Gefüllt wird die Rasenheizung mit einem ökologisch abbaubaren Glykol. Dadurch wird eine 80-prozentige Reduktion der Energiekosten, im Vergleich zur bisher mit Wasser gefüllten Heizung, erreicht.

Parallel zu den Arbeiten am Rasen wurden die Haupt- und Gegentribüne erweitert. An der Haupttribüne erfolgte zunächst die Demontage des Spieler-tunnels, der Rückbau des Sicherheitsgrabens und der direkt daran anschließenden drei Reihen. Insgesamt wurden im Bereich der Haupttribüne fünf neue Sitzreihen eingebaut. Die Kapazität wird sich in diesem Bereich in der Endausbaustufe um rund 1.360 Plätze erhöhen. Entlang der Gegentribüne entstanden sechs neue Reihen und nach Überbauung der Durchfahrten stehen zirka 1.560 zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung. Insgesamt ergibt das für die Haupt- und Gegentribüne ein Plus von etwa 2.920 Plätze.

Fußballfans können mit VfB-Karte und Bargeld bezahlen

Für das erste Heimspiel ist alles bestens vorbereitet. Der Rasen ist angewachsen und perfekt gemäht, die Linien sind gezogen, die Tore bereit, die Trainerbänke aufgestellt, die Werbebanden installiert und vieles mehr. Die Fußballfans dürfen sich freuen und können auch ihre Anfang 2009 eingeführte VfB-Fankarte als Zahlungssystem in der Mercedes-Benz Arena nutzen. Allerdings wird bei den ersten Heimspielen an den Verkaufsständen auch noch die Möglichkeit bestehen, mit Bargeld zu bezahlen. Der Grund dafür sind bedingt durch die Baumaßnahmen technische Umstellungen im Bereich der Mobilfunk- und Telekommunikationseinrichtungen, die eventuell zu Einschränkungen führen können, aber nicht müssen. „Damit sind wir aber auf der sicheren Seite“, erklärt Martin Rau.

BAM Deutschland AG baut Untertürkheimer Tribüne und Sporthalle

Am Montag, also unmittelbar nach dem Heimspielauftakt, wird die BAM Deutschland AG, die auch das Stadion in Augsburg oder die Halle in Ludwigsburg realisiert, auf der Untertürkheimer Stadionseite mit den Bauarbeiten beginnen. Der Tribünenneubau, inklusive einem attraktiven Businessbereich mit rund 750 Quadratmetern und 20 Logen, wird mit seinem zweiten Rang direkt an die EnBW-Tribüne angebaut. In die Untertürkheimer Tribüne wird eine Sporthalle mit 2.000 Plätzen integriert, die den aufstrebenden Stuttgarter Vereinen, wie den Stuttgarter Allianz Volleyballerinnen neue Perspektiven eröffnet. Funktionalität und Vielseitigkeit ist Trumpf. Wichtig ist die Dreiteilbarkeit der Halle, die Bereitstellung von vier Trainingseinheiten inklusive Fechtinfrastruktur. Gastronomieeinrichtungen und ein VIP-Bereich runden das Raumangebot ab, wobei der Cateringbetrieb von den Vereinen in Eigenregie erfolgen soll.

Auf dem Dach der neuen Sporthalle, die in den Tribünenbau integriert wird, entsteht angrenzend an die Businessebene eine Terrasse. Die Fußballfans können die Tribüne und damit die neue Perspektive zum Spielfeld mit Beginn der Saison 2010/2011 erstmals genießen. Die Logen und der Businessbereich werden Ende 2010 – also zum Beginn der Bundesliga-Rückrunde - zur Verfügung stehen und Anfang April 2011 kann der Spielbetrieb in der Sporthalle angepfiffen werden. Text: in.stuttgart Veranstaltungsgesellschaft , Foto: Sauer