10 August 2012
abraham stieglitz

BOXGALA AM 25.08.2012, o2 WORLD, BERLIN

Die letzte Chance! Abraham fordert Stieglitz – am 25. August live in der ARD

Wilfried Sauerland im Interview: Abraham normalerweise Favorit!

Ohne Wilfried Sauerland wäre der Boxsport in Deutschland um eine bedeutende Persönlichkeit ärmer. Der inzwischen 72-Jährige denkt noch lange nicht ans Aufhören. Im Jahr 1978 trat der heutige „Hall of Famer" erstmals als Box-Veranstalter in Erscheinung. Mit „Gentleman“ Henry Maske und Schwergewichtler Axel Schulz trug er

entscheidend zum Box-Boom in Deutschland bei. Als Parade-Gewichtsklasse des Managers galt später das Super-Mittelgewicht. Hier fuhren deutsche Kämpfer wie Sven Ottke, Markus Beyer und Danilo Häußler große Erfolge ein. Einer, der bereits im Mittelgewicht Weltmeister war und jetzt im Limit bis 76,203 Kilogramm nachziehen will, ist Arthur Abraham (34-3, 27 K.o.´s). Der Schützling von Erfolgstrainer Ulli Wegner fordert am 25. August in der Berliner o2 World Robert Stieglitz (42-2, 23 K.o.´s) heraus. Wilfried Sauerland verrät im Interview, wie er die Chancen Abrahams sieht...

Herr Sauerland, am 25. August greift Arthur Abraham im Super-Mittelgewicht gegen den amtierenden Titelträger Robert Stieglitz nach dem WM-Gürtel. Wie schätzen Sie seine Chancen ein, noch einmal Weltmeister zu werden?

Wilfried Sauerland: Es wird auf jeden Fall ein spannender Kampf. Es geht für beide Kämpfer um alles. Für mich wäre Arthur normalerweise der Favorit. Aber in welcher Form steigt er am 25. August in den Ring? Seine Leistungen seit dem Jahr 2010 waren sehr unterschiedlich. Aber zuletzt scheint er sich stabilisiert zu haben. Aus dem Trainingslager in Kienbaum höre ich nur Gutes, aber das war zum Beispiel auch vor den Kämpfen gegen Froch und Ward so. Wichtig ist, dass Arthur sein geballtes Selbstvertrauen zeigt und die vorgegebene Taktik des Trainers einhält. Robert Stieglitz und er kennen sich sehr gut. Da liegt es auch an Ulli Wegner, Arthur ein paar Überraschungen mit auf den Weg zu geben. Ich bin da optimistisch.

Gibt es schon Pläne, wie es weitergeht, falls Abraham erneut Weltmeister wird?

Wilfried Sauerland: Wir denken jetzt erst einmal nur an den 25. August, danach sehen wir weiter. Aber eine Sache ist natürlich klar: Wenn Arthur wieder Weltmeister wird, könnte es für ihn noch viele interessante Kämpfe geben.

Und was passiert, wenn Abraham gegen Stieglitz verliert? Würden Sie ihm dann raten, die Box-Handschuhe an den Nagel zu hängen?

Wilfried Sauerland: Über eine Niederlage mache ich mir keine Gedanken. Schließlich kann es auch Verletzungspech geben. Ich selbst hoffe einfach auf einen tollen Kampf und natürlich auf einen Sieg für Arthur.

Im Super-Mittelgewicht kassierte Abraham auch die bisher einzigen Niederlagen seiner Karriere. Glauben Sie dennoch, dass er in diesem Limit gut aufgehoben ist?

Wilfried Sauerland: Er wird auf jeden Fall im Super-Mittelgewicht bleiben. Sein früheres Limit, das Mittelgewicht, müssen wir einfach abschreiben. Das schafft er jetzt nicht mehr. Eigentlich ist das schade, denn ich bin immer noch davon überzeugt, dass er mit einem vernünftigen Ernährungsberater und eiserner Disziplin das Limit weiterhin geschafft hätte.

Der Kampf in der o2 World ist gleichzeitig ein „großes" Duell zwischen zwei Boxern von jeweils deutschen Promotern. Solche Kämpfe gibt es viel zu selten. Welchen großen Kampf mit deutsch-deutscher Beteiligung würden Sie gerne in Zukunft sehen?

Wilfried Sauerland: Alles hofft natürlich auf einen Kampf von Arthur gegen Felix Sturm. Möglich ist das. Man muss sich dafür beim Gewicht entgegenkommen.

Einen weiteren Titelkampf wird in Berlin Jack Culcay bestreiten. Wie sehen Sie seine Perspektiven?

Wilfried Sauerland: Jack Culcay ist einer der großen Hoffnungsträger im Sauerland-Team. Er entwickelt sich kontinuierlich weiter. Er hat unnötige Zeit durch die Probleme mit Universum verloren. Er wird jetzt aber regelmäßig boxen und in diesem Jahr noch zwei Kämpfe bestreiten. Jack ist ein wirklich netter und angenehmer Mensch. Und wer seine Vita kennt, hat großen Respekt vor ihm und seiner Familie. Ich wünsche ihm auch bei den Profis den WM-Titel. Ich glaube, er kann das in den nächsten 18 Monaten schaffen.

Wie sehen Sie das Profiboxen in Deutschland generell?

Wilfried Sauerland: Durch den Einbruch von Universum ist doch ein Loch entstanden. Die Klitschkos machen Ihre Events, sportlich bringt das aber nicht viel. Das liegt aber weniger an den Brüdern als an der mangelnden Konkurrenz - obwohl es manchmal schon bessere Leute gibt als die, gegen die sie boxen. Bei Sauerland Event wachsen eine Reihe von Talenten heran, die in den nächsten zwei bis drei Jahren ganz vorne stehen können. Positiv ist zum Beispiel die Verpflichtung von Tyron Zeuge. Darüber hinaus werden sicher noch ein paar weitere Sportler mit Perspektiven hinzukommen.

Eintrittskarten für die Box-Nacht in Berlin sind über die telefonische Ticket-Hotline 01805-570044 (€ 0,14/min., Mobilfunkpreise max. € 0,42/min.) sowie im Internet bei www.eventim.de und www.o2world-berlin.de erhältlich. Alternativ gibt es Tickets bei www.boxen.com und www.sesboxing.de.

Text und Foto: Sauerland

jack culcay

Boxen im Ersten - am 25. August in der ARD

Culcay will seinen Namen auch bei den Profis „vergolden“!

Er gehört zu den größten Hoffnungen im deutschen Profiboxen. 2009 holte Jack Culcay (11-0, 7 K.o.´s) in Mailand Gold bei den Amateur-Weltmeisterschaften. Am 25. August steht er vor dem bislang wichtigsten Kampf bei den Profis, seinem ersten Titelkampf. Gegen den Franzosen Frederic Serre (13-6, 3 K.o.´s) geht es um die vakante WBA-Intercontinental Meisterschaft im Halb-Mittelgewicht. Von Culcay wird inzwischen eine Menge erwartet. Kann er die hohen Erwartungen auch in Berlin erfüllen? Vor seinem Fight in der o2 World stellte sich „Golden“ Jack zum Interview…

 

Herr Culcay, sind Sie bereit für Ihren ersten Profi-Titel?

Jack Culcay: Mehr als bereit! Wir haben uns optimal auf den Titelkampf gegen Frederic Serre vorbereitet. Ich freue mich auf den Fight und die tollen Fans in Berlin.

Sie bestreiten in der o2 World den zweiten Hauptkampf des Abends - vor Arthur Abraham, der gegen WBO-Weltmeister Robert Stieglitz kämpft. Ist das etwas Besonderes?

Jack Culcay: Natürlich. Ich hoffe, dass die o2 World ausverkauft sein wird und ich vor vollem Haus meinen ersten Titel einstreichen kann. Anschließend drücke ich meinem Teamgefährten Arthur Abraham die Daumen.

Ist Abraham ein Vorbild für Sie?

Jack Culcay: Ich schätze ihn sehr. Er hat schon viel erreicht. Er hat einen unbeugsamen Willen, das haben Kämpfe wie gegen Edison Miranda („Die Schlacht von Wetzlar“; Anm. der Red.) gezeigt.

Zurück zu Ihnen. Ihre bisherigen Profikämpfe waren ein glatter Durchmarsch. Elf Kämpfe, elf Siege – geht das so weiter?

Jack Culcay: Wenn es nach mir geht: klar! Aber die Gegner werden immer stärker. Dazu ist meine Gewichtsklasse, das Halb-Mittelgewicht, sehr stark besetzt.

In Ihrem ersten Titelkampf müssen Sie gegen den Franzosen Frederic Serre ran. Was wissen Sie über ihn?

Jack Culcay: Er ist ein guter Boxer, den ich nicht unterschätzen darf. Er hatte schon zwei Titelchancen und vergab beide. Deshalb wird er mit aller Macht versuchen, gegen mich zu gewinnen. Er wird sehr konzentriert in den Kampf gehen und es mir nicht leicht machen.

Wie sieht Ihre Taktik für den Kampf aus?

Jack Culcay: Die werde ich natürlich nicht vorher verraten.

Kann das Publikum mit einem weiteren K.o.-Sieg rechnen? Bislang gewannen Sie ja schon sieben Mal vorzeitig…

Jack Culcay: Das kann ich nicht versprechen, aber ich werde es natürlich versuchen.

Wie lief die Vorbereitung?

Jack Culcay: Sie war sehr lang und sehr intensiv - aber vor allen Dingen sehr gut. Es wurde nie langweilig. Ich habe mit meinem Trainer Ismael Salas und meinem Manager Moritz Klatten zwei Menschen, die mich perfekt auf die Kämpfe einstellen.

Sie leben und trainieren in Hamburg. In einer großen Zeitung stand, dass Sie in einer Garage trainieren. Ist das richtig?

Jack Culcay: Das stimmt. Aber nicht nur! Ich habe das Glück, in Hamburg an verschiedenen Orten vielseitig trainieren zu können. Die umgebaute Garage ist unser „Home-Gym“.

Dann kann ja nicht mehr viel schiefgehen. Wie geht es nach dem Kampf weiter?

Jack Culcay: Wenn alles optimal läuft, habe ich meinen ersten Titel. Ich hoffe sehr, dass ich danach in absehbarer Zeit um die Europameisterschaft kämpfen kann. Aber zunächst muss ich gegen Serre gewinnen.

Eintrittskarten für die Box-Nacht in Berlin sind über die telefonische Ticket-Hotline 01805-570044 (€ 0,14/min., Mobilfunkpreise max. € 0,42/min.) sowie im Internet bei www.eventim.de und www.o2world-berlin.de erhältlich. Alternativ gibt es Tickets bei www.boxen.com und www.sesboxing.de.

Text: Sauerland Foto: Archiv SES

povetkinkunst1

Boxen im Ersten - am 29. September live in der ARD

Povetkin und Pulev treten in Hamburg an: Vorverkauf für den 29. September läuft!

Gleich zwei Schwergewichts-Kracher finden am 29. September in der Sporthalle Hamburg statt: Alexander Povetkin (24-0, 16 K.o.´s), der WBA-Weltmeister, steigt zur Titelverteidigung gegen den Weltranglistenersten der World Boxing Association, Hasim Rahman (50-7-2, 41 K.o.´s), in den Ring, Europameister Kubrat Pulev (16-0, 8 K.o.´s) bekommt im Stadtteil Alsterdorf den Russen Alexander Ustinov (27-0, 21 K.o.´s) vor die Fäuste.

Der 32-jährige Povetkin freut sich auf seinen Auftritt in der Hansestadt. „Da der Kampf ursprünglich früher stattfinden sollte, bin ich recht früh in die Vorbereitung eingestiegen. Ich habe quasi ohne längere Pause durchtrainiert und will in Hamburg gegen meinen Pflichtherausforderer zeigen, dass ich zu Recht Weltmeister bin. Ich trainiere hart, um mich in guter Form zu präsentieren“, so der Mann aus Chekhov bei Moskau.

Gleiches gilt für Kubrat Pulev, der in Berlin von Coach Otto Ramin vorbereitet wird. Der Bulgare hatte sich im Mai gegen Alexander Dimitrenko die Europameisterschaft in der Königsklasse gesichert. „Das war ein großartiger Erfolg für mich. In Hamburg werde ich alles daran setzen, um Europameister zu bleiben. Ein Sieg gegen Ustinov wäre ein riesiger Schritt in Richtung WM-Kampf. Diese Chance will ich nutzen“, so der 31-Jährige.

Eintrittskarten für die Veranstaltung am 29. September sind ab sofort über die telefonische Ticket-Hotline 01805-570044 (€ 0,14/min., Mobilfunkpreise max. € 0,42/min.) und im Internet bei www.boxen.com und www.eventim.de erhältlich. Text und Foto Sauerland